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Der Walkteich - vermutlich Ende des 14.Jh. angelegt -  bekam seinen Na- men aufgrund der in früheren Zeiten daneben befindlichen Tuchwalke der Tuchmachergilde Stollbergs, welche - seit der 2.Hälfte des 15.Jh über 450 Jahre lang existierend - die Bezeichnung "Walkmühle" mit dazugehöri- gem Stauweiher, dem "Walkmühlenteich" - erhielt.  Daraus entstand der Name "Walkteich". Eine traurige Berühmtheit erlangte das Gewässer im Mai 1615 als Hinrichtungsstätte; der "Säckung" Anna Löfflers, eines Stollber- ger Mädchens, weil sie ihr Neugeborenes nach "einer Eingebung des Teu- fels" erwürgt hatte. Im Beisein des damaligen Stollberger Vizebürgermei- sters sowie zweier weiterer Ratspersonen wurde sie vom Schöppenstuhl als höchste juristische Instanz mit der Todestrafe "Verschärfte Säckung" - zusammen mit einem Hund, einem Hahn, einer Katze und einer Schlange - durch den Annaberger Scharfrichter in einem Sack ertränkt. - (Quelle: "Das Gödel-Buch").

Außerdem war von einem "Bäckergalgen" die Rede, welcher in Benutzung kam, wenn einer der damaligen vielen Bäcker Stollbergs untergewichtiges Brot buk und man ihm Betrug nachweisen konnte. Dieser wurde im "Bäckergalgen" sitzend - ein an einem Galgen hängender vergitterter Käfig - untergetaucht. Unter Gelächter der Bürger schlich er davon. Am nächsten Tag hatte er das beste und schwerst Brot der Stadt. (Quelle: Stollberger Stadtanzeiger; 21. JAHRGANG - AUSGABE 26. JUNI 2010; 06/2010)


Angaben zufolge ca 140m breit und 180m lang, stellt das Gewässer (mit Gelände und Neubau der Gondelstation bereits 1991 einmal komplettsaniert) incl. dem im Mai 2006 wieder aufgenommenen Gondelbetrieb zusammen mit dem daneben gelegenen und mit umfangreichen Spielmöglichkeiten ausge- statteten, 2005 übergebenen Abenteuerspielplatz - ein beliebtes Naherho- lungszentum nicht nur für die Stollberger dar; wenn man die Autokennzei- chen am oft überfüllten Parkplatz oder am Rand der Hartensteiner Straße betrachtet. Den Höhepunkt bildete bisher der 11. Sächsische Familientag am 09.06.2007, welcher mit vielfältigen Veranstaltungen rund um das Ge- lände incl. Schützenplatz und Pionierpark (u.a. Bühnenprogramm des MDR; Radio Sachsen) sowie Präsentationen von Vereinen, Schulen, Organisationen und Gewerbetreibenden aus dem gesamten Bundesland über 8000 Besucher - incl. Radsportlegende Klaus Ampler, Sachsens Ministerpräsidenten Georg Milbradt und den Bürgermeister von Belgern (Landkreis Nordsachsen; Aus- richter des nächsten Familientages) Harald Thomas - anlockte.

Durch die Errichtung der Sonnenterrasse mit aufgestellten Bänken am Ostufer und deren Einweihung im August 2013 - später in Verbindung mit der Eröffnung des Gondelcafés Ende April 2015 sowie des auf dem ehe- maligen Freibad-Gelände entstandenen "Öko-Teiches" incl. der hier seit 1984 existenden Gaststätte "Stadtbadklause" entwickelte sich das gesamte parkähnliche Areal mit Kastanien und vielen anderen Gehölzen zu einem be- liebten Treffpunkt für Jung und Alt und stellt zu jeder Jahreszeit eines der interessantesten Fotomotive Stollbergs dar, wie (hoffentlich bald...!) ALLE Fotos auf den nachfolgenden Seiten beweisen werden. (Wer - bitte - lädt mir ca. 4000 Fotos aus meinen Ordnern im Fotoshop hoch...!!!)

Wasservögel fühlen sich hier zuhaus; jedoch soll an dieser Stelle unbedingt darauf aufmerksam gemacht werden, daß auf das Füttern mit Brot (vor allem Toastbrot!!!) oder Semmeln jeglicher Art o.ä. (Küchenabfälle etc.) im Interesse der Tiere

verzichtet

werden (sollte...!!! - besser: WIRD!). Dies ist dem größten Teil der Bevölkerung unbekannt und zwar gut gemeint, aber

überflüssig!

Vor allem aufgrund von Hefe, Fetten; Salzen, Zucker oder sonstigen Zusatzstoffen in sämtlichen "Brotnaschereien" sind diese

äußerst gesundheitsschädigend!

Die Enten finden

auch in den Wintermonaten

genug Nahrung, sofern die Gewässer nicht TOTAL zugefroren sind, IM und AM Teich! Damit sie nicht verhungern, fressen sie sich im Sommer/Herbst einen "Winterspeck" an! Jene Fütterung mit Brot aller Art kann zum schleichenden

T O D   D E R   T I E R E

aufgrund von Verfettung oder anderer dadurch hervorgerufener Ursachen führen!

 

Hobbyfischer werfen ihre Angeln aus; Jogger drehen abends gesundheits- bewußt ihre Runden; das Südufer wie auch die Rasenfläche am Öko-Teich lädt als "Liegewiese" und ringsherum aufgestellte Bänke zum "Schmökern" oder einfach nur zum Entspannen ein. Wasserpflanzen wie Sumpfschwert- lilien (Iris pseudacorus) und Sumpfdotterblumen (Caltha palustris) blühen unmittelbar am Ufer - oder Rhododendren nicht nur am Brückerlbereich. Kleine Spaziergänge rund um den Teich auf einem speziell angelegten Weg dienen ganzjährig dem Wohlbefinden. Im Herbst bleiben abgeworfene Kastanien nicht lang auf Wegen und Grünflächen liegen; sie werden gesammelt. Sofern entsprechende Temperaturen herrschen und eine genü- gend starke Eisdecke den Teich bedeckt, kann man zukünftige "Holyday on Ice"- bzw. Eishockeycracks beim "Training" zuschauen...

Eine wunderbare Verfärbung des Laubes der Ahorne oder diverse - jeden Tag andere - Stimmungen wie sich minütlich verändernde Wolkenformationen bzw. deren (Ver)färbungen; "Himmelszeichnungen" sowie Sonnenuntergänge in Verbindung mit der Wasserfläche des Walkteiches ergeben für einen Fotografen genauso traumhaft-excellente "Kompositionen" wie im Winter bei blauem Himmel, wenn den Teich eine Eisdecke überzieht und falls doch irgendwann weicher Pulverschnee dick auf den Ästen liegen sollte...

Egal ob der Himmel klar ist oder in der nieselig-nebelverhangenen Luft eine herrlich-schaurig-schöne Stimmung liegt; wenn Stämme oder knorrige Äste von Ahorn, Kastanien, Fichten oder Weiden im Gelände oder direkt am Ufer dunkel und fast drohend wirken: all jene Stimmungen geben dem Bild ein wunderbar-dramatisches Aussehen. Vor allem aber abends bei romantisch wirkendem Licht erreichen die eingeschalteten Laternen - wobei sich deren Lichtschein auf der Wasseroberfläche spiegelt - ein zusätzliches besonde- res Flair - und damit wiederum wunderbare Fotomotive. Man muß sie nur "sehen"... (können!)...

23.12.2014; 22.34, 24.12.2014

 
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